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Schritt zu selbstständigem Leben

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Bad Kreuznach - Neue Außenwohngruppe und Tagesstätte für psychisch kranke Menschen wurde gestern eröffnet

Als wichtigen Baustein für die gemeindenahe Versorgung psychisch Kranker hat der Leitende Ministerialrat im Sozialministerium, Anton Miesen, die neue Außenwohngruppe und Tagesstätte der Rheinhessen-Fachklinik Alzey bezeichnet. Sie wurde jetzt in der Salinenstraße 133 in Bad Kreuznach eröffnet.

Mit der Tagesstätte und der Außenwohngruppe sei man auf dem Weg, den betroffenen Menschen ein weitgehend selbstständiges Leben zu ermöglichen, wieder ein gutes Stück vorangekommen, erklärte der Geschäftsführer des Landeskrankenhauses, Norbert Finke. Damit setze man den Enthospitalisierungsprozess ehemaliger Langzeitpatienten fort. Die Erfahrungen mit chronisch psychisch kranken Menschen zeigten, dass diese nur in den seltensten Fällen auf Dauer in stationären Einrichtungen leben müssten.

In der Außenwohngruppe finden sechs Patienten, die zum Teil 20 Jahre und mehr in der Fachklinik behandelt wurden, ein neues Zuhause. Die Tagesförderstätte mit Kontaktstellenfunktion verfügt über zwölf Plätze. Dort werden auch sechs Menschen, die in Bad Kreuznach wohnen, von vier Sozialarbeitern betreut.

Ziel der Psychiatrie-Reform sei, die Versorgung zu den Menschen zu bringen - mit stationären, ambulanten und komplementären Angeboten. Durch die dezentrale, wohnortnahe Versorgung „entfällt auch die Stigmatisierung“, sagte Miesen. Dieses System soll weiter ausgebaut werden.

Oberbürgermeister Rolf Ebbeke nannte das neue Angebot einen „wichtigen Mosaikstein“ für die soziale Infrastruktur der Stadt. Der Slogan „“Behindert ist man nicht, behindert wird man, mahne gerade die Stadtpolitik, den Bedürfnissen dieser Menschen Rechnung zu tragen. Die neue Einrichtung sei ein „Paradebeispiel“ für die Richtung, in die die Reform gehen müsse.

„Die Umsetzung der Psychiatrie-Reform ist mühevoll, macht aber auch Spaß“, sagte der ärztliche Direktor Dr. Wolfgang Guth. Die neue Einrichtung sei da „ein Sahnehäubchen“. „Es ist wichtig, die Alternativen zum Langzeitbereich der Kliniken weiter auszubauen.“ 90 000 Mark  hat die Einrichtung gekostet: Die Hälfte zahlt das Land, 20 000 Mark kamen vom Verein zur Unterstützung gemeindenaher Psychiatrie in Rheinland-Pfalz.

Öffentlicher Anzeiger, 19. Mai 1999

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