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Kapazität im Nette-Gut erweitert

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7,4 Millionen Mark kostete das neue Haus „L“ der Rhein-Mosel-Fachklinik

Mit steigenden Maßregelvollzugsbehandlungszahlen hat die forensische Abteilung Nette-Gut der Rhein-Mosel-Fachklinik (RMF) seit Jahren zu kämpfen. Jetzt wurde ein neues 40-Betten-Haus seiner Bestimmung übergeben.

Die forensisch-psychiatrische Abteilung der RMF gleicht einem Hochsicherheitstrakt. Niemand kann unautorisiert das mit hohen Zäunen und Stacheldraht gesicherte Gelände betreten oder verlassen. Häufig kam die Einrichtung durch Ausbrüche von Patienten in die Negativ-Schlagzeilen. Seit nunmehr sieben Jahren hat sich das jedoch geändert. Die sicherheitstechnischen Standards und die therapeutischen Rahmenbedingungen wurden kontinuierlich verbessert. „Ich kann Ihnen versichern, dass es seitdem niemandem mehr gelungen ist, zu flüchten. Das Nette-Gut ist heute die größte und höchst gesicherte Maßregelvollzugsanstalt des Landes Rheinland-Pfalz“, so Norbert Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses (AöR).

Von vier Jahren hat das Landeskrankenhaus  die Verantwortung für die forensische Abteilung übernommen. Damals habe es schon erste Signale aus der Gerichtsbarkeit gegeben. dass mit steigenden Zahlen im Maßregelvollzug zu rechnen sei. Anfang 1998 wurde deshalb bereits ein geeignetes Haus auf dem Gelände der RMF für zwei Millionen Mark saniert und renoviert sowie mit den notwendigen Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet.

Durch den Neubau des 40-Betten-Hauses mit dem Namen „L“ im Nette-Gut sollte nun mittelfristig eine ausreichende Kapazität geschaffen werden. Eine weitere Differenzierung der unterschiedlichen Patientengruppen werde so ermöglicht. Eine Verbesserung der therapeutischen Rahmenbedingungen sei die Folge. Diese Intensivierung der Therapie diene in ganz erheblichem Maße auch der Verbesserung der Sicherheit.

1999 startete das Landeskrankenhaus seine Vorplanungen. Dann wurde das Haus „L“ in nur sechs Monaten Bauzeit aus dem Boden gestampft. „Dies ist ein furchtbar kurzer Zeitraum für ein Investment vom 7,4 Millionen Mark“, meinte Norbert Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses.

„Die Eile war begründet. Es gibt eindeutig einen Bedarf für zusätzliche Plätze im Maßregelvollzug, gerade im Nette-Gut. Weil wir hier durch die hohen Sicherheitsaufwendungen Sicherheit bieten können, die wir für bestimmte Unterbringungssituationen brauchen“, sagte Staatsminister Florian Gerster bei der Einweihungsfeier.

Auf Grund des zeitlichen Druckes wurde das Gebäude nicht in einer konventionellen Weise, sondern in Raumzellenbauweise errichtet. Rund vier Millionen Mark Haushaltsmittel haben man mit dieser Entscheidung eingespart, und die Bauzeit wurde von 18 auf sechs Monate verkürzt.

Die Patienten werden im neuen 40-Betten-Haus in geräumigen Zweibettzimmern mit eigener Nasszelle untergebracht. Außerdem steht ihnen eine Fülle von zusätzlichen Räumen zum Aufenthalt und für therapeutische Veranstaltungen zur Verfügung. „Die Räume für Arbeits- und Beschäftigungstherapie, Schulungsräume. Gruppen- und Therapeutenräume erscheinen - auch im Vergleich zu anderen forensisch-psychiatrischen Neubauten - sehr großzügig. Wir haben diese Stationen für die Arbeit mit den Patienten vorgesehen, die einen geringeren Sicherheitsbedarf innerhalb des umzäunten Geländes bedürfen“, erklärte Dr. Rainer Gliemann, leitender Abteilungsarzt der forensischen Abteilung.

Im Parterre werden die Nachbehandlungs- und Rehabilitationsstation von Patienten mit illegalen Drogenproblemen untergebracht werden. In den ersten Stock wird bereits in den nächsten Tagen die Psychotherapiestation einziehen, die einen Schwerpunkt auf die Behandlung von persönlichkeitsgestörten, normal intelligenten Sexualstraftätern legt. „Sobald wir den Umzug hinter uns gebracht haben, werden wir uns gerade bei diesen beiden Stationen auch mit der wissenschaftlichen Evaluation der therapeutischen Arbeit beschäftigen, was sicherlich auch der Qualitätssicherung der forensisch-psychiatrischen Therapie dient“, sagte Dr. Rainer Gliemann.

Andernach Aktuell, 11. Oktober 2000

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