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Zehn Jahre ehtische Fragestellungen

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Die Mitglieder des Klinischen Ethikkomitees mit Dr. Gerald Gaß, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses (rechts).

Andernach. „Wir müssen uns immer wieder einordnen“, sagte Landeskrankenhaus-Geschäftsführer Dr. Gerald Gaß. „Es gibt grundlegende Prinzipien“, der gesunde Menschenverstand alleine genüge nicht. Daher wurde vor zehn Jahren das Klinische Ethikkomitee des Landeskrankenhauses gegründet, das sich als multiprofessionell besetztes Gremium für alle Einrichtungen mit ethischen Fragen aus dem klinischen Alltag befasst und Handlungsempfehlungen gibt. Im September wurde das Jubiläum in der Rhein-Mosel-Akademie gefeiert.

Den Anstoß zur Gründung des Klinischen Ethikkomitees gab seinerzeit das Referat Qualitätssicherung, sagte Prof. Dr. Hans Zeimentz. Der Moraltheologe ist von Beginn an der Vorsitzende des Komitees und das einzige externe Mitglied; sein Stellvertreter ist Dr. Stefan Elsner, Ärztlicher Direktor der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach. Zeimentz definiert das Klinische Ethikkomitee als „Beratungsorgan in ethischen Fragen“, das auf Antrag tätig wird. Die Einzelfallberatung sei eine „zentrale Aufgabe“, sagte er. Vorgelegt werden Fragen von Mitarbeitern ebenso wie von Patienten, Angehörigen oder Betreuern.

Für die Beratungen im Ethikkomitee gilt ausdrücklich: „Das Wort, nicht die Person ist maßgebend.“ Wie diese Beratungen vonstatten gehen, wurde am Ende der Veranstaltung anhand eines anonymisierten Beispiels aus der Praxis gezeigt.

Als Festredner konnte Prof. Dr. Giovanni Maio vom Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Universität Freiburg gewonnen werden. Hiermit zeigt sich zugleich, dass das Klinische Ethikkomitee auch die Aufgabe hat, alle Bereiche des Landeskrankenhauses für die ethischen Aspekte beruflichen Handelns zu sensibilisieren.

In einem „Plädoyer für eine Ethik der Sorge in der Medizin“ erklärte der Referent, eine Ethik der Sorge sei anders als auf Effizienz und Ökonomie ausgerichtetes Handeln - Maio sprach von einer „Praxiologie der Behutsamkeit“. Gerade die Psychiatrie solle als „Disziplin der Zuwendung“ begriffen werden. Denn Zuwendung sei ein „Kernwert“, der zur Anerkennung des anderen führe. Ein Kernaspekt sei es, den Patienten Hoffnung zu geben.

Giovanni Maio definierte den Begriff „Sorge“ in acht Punkten, die er „bewusst nicht zu sehr ins Pragmatische“ laufen ließ. Einige Schlagworte: Gegenseitigkeit. Bedeutsamkeit der Beziehung. Der Mensch ist kein Abstraktum. „Ich kann den anderen nicht verstehen, wenn ich auf die Uhr schauen muss. Wir brauchen mehr als formalisiertes Faktenwissen, nämlich zusätzlich Erfahrung, Beziehungswissen und Interaktionswissen."

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