Biopsychologische Mechanismen von Stress und Resilienz im Alter

Die Weltgesundheitsorganisation deklariert Stress als die Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts. Dabei ist es vor allem chronischer Stress, der durch die Aktivierung stress-sensitiver Systeme im Körper langfristig negative Folgen auf Körper und Geist haben kann. 

Pflegende Angehörigen stellen dabei eine besonders vulnerable Bevölkerungsgruppe dar, die häufig chronischen Stress erlebt. Pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz weisen beispielsweise ein deutlich erhöhtes Risiko auf, an Depressionen zu erkranken als nicht pflegende Angehörige. Gleichzeitig gibt es große interindividuelle Unterschiede in der Krankheitsbewältigung und dem Stresserleben, die mit Resilienz in Verbindung gebracht werden. Resilienz bezeichnet dabei die Fähigkeit zur Aufrechterhaltung psychischer Gesundheit angesichts stressvoller Lebensereignisse und Lebensumstände.

Wir erforschen am ZpGA welche biopsychologischen Mechanismen Stress und Resilienz bei pflegenden Angehörigen und Menschen mit Demenz zugrunde liegen. Eine Besonderheit unseres Ansatzes ist es, dass wir diese Zusammenhänge direkt im Alltag der Betroffenen außerhalb des Labors untersuchen. Zudem interessieren wir uns vor allem für die dyadische Ko-Regulation zwischen pflegenden Angehörigen und Menschen mit Demenz, um alltagsnahe Interventionen zur Stressreduktion und Förderung von Resilienz entwickeln zu können.

Aktuelle Projekte

DYADEM: biopsychologische Evaluation einer aufsuchenden dyadischen Intervention für Menschen mit beginnender Demenz und deren Angehörige

TK-DEM: Demographische und klinische Charakteristika von Menschen mit Demenz und deren pflegenden Angehörigen in einer tagesklinischen Behandlung 

EMA-DEM: Biopsychologische Mechanismen der Stressbelastung und der Resilienzfaktoren im Alltag von pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz

Entwicklung eines wissenschaftsbasierten Screening-Instruments – FARBE – Fragebogen zur Angehörigen-Resilienz und -Belastung – für professionelle Beratungssituationen, in Zusammenarbeit mit dem ZQP (Zentrum für Qualität in der Pflege). Das Instrument umfasst jeweils einen Fragebogen für pflegende Angehörige (FARBE) sowie einen Fragebogen, der sich speziell an Angehörige von Menschen mit Demenz richtet (FARBE-DEM). Zudem gibt es entsprechende Auswertungstools und ein Manual. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Seite des ZQP.

​​​​​​​Ausgewählte Publikationen

  • Wuttke-Linnemann, A., Henrici, C. B., Müller, N., Lieb, K., & Fellgiebel, A. (2020). Bouncing back from the burden of dementia: Predictors of resilience from the perspective of the patient, the spousal caregiver, and the dyad—An exploratory study. GeroPsych: The Journal of Gerontopsychology and Geriatric Psychiatry, 33(3), 170.
  • Geschke, K., Wuttke-Linnemann, A., Fellgiebel, A. (2020). Pflegende Angehörige im Fokus. Neurotransmitter. 7-8/2020.
  • Wuttke-Linnemann, A., Baake, R., Fellgiebel, A. (2019). Dyadic wind of change: New approaches to improve biopsychological stress regulation in patients with dementia and their spousal caregivers. Journal of Alzheimer’s Disease. 68(4), 1325-1337.
  • Linnemann, A., Hilsenbek, Sr. M.M., Leliveld, I., Geschke, K., Wolf, D., Fellgiebel, A. (2018). Comparison of psychosocial characteristics of patients with dementia and their primary informal caregiver between inpatient and day clinic treatment. Dementia. doi: 10.1177/1471301218781130.

Leitung

Wuttke-Linnemann, Alexandra
Dipl.-Psych. Dr. Alexandra Wuttke-Linnemann
Stellvertretende Leiterin

Forschungsbereich Versorgung

  • Biopsychologische Stressmodelle und Resilienz im Alter
  • Pflegende Angehörige
  • Psychotherapie bei Älteren mit kognitiven Einschränkungen und Demenz
  • Dyadische Therapieprogramme

a.wuttke-linnemann@zpga.landeskrankenhaus.de

Vita (PDF)