Anbau ans Wilhelm-Griesinger-Haus fast fertig
Rheinhessen-Fachklinik Alzey: Im Oktober ziehen die ersten Patient:innen in den Neubau der Neurologie ein
Ein Großprojekt nähert sich der erfolgreichen Vollendung: Der Erweiterungsbau des Wilhelm-Griesinger-Hauses der Rheinhessen-Fachklinik Alzey (RFK) soll nach Plan ab Oktober stationsweise bezogen werden. Dann kann die Neurologie in einem zeitgemäßen Umfeld mit modernster Ausstattung arbeiten.
Aus einem T-förmigen Gebäude wurde ein Plus - das Wilhelm-Griesinger-Haus im oberen Teil des Klinikgeländes erhält mit dem großen Anbau erheblich mehr Nutzfläche als bislang und kann bald mit modernster Ausstattung in der Neurologie Patientinnen und Patienten behandeln. Von außen sieht man nur noch an wenigen Stellen, dass gearbeitet wird. Der fußläufige Eingang in den Anbau, der neue Haupteingang, zeigt bereits, dass es sich erheblich gewandelt hat. Auf der anderen Seite wird die Liegendanfahrt vorbereitet; dort fehlt lediglich noch eine Überdachung.
Der jetzige Zugang zum Bestandsgebäude, der wegen des Anbaus verlegt wurde, wird mit der Eröffnung wieder geschlossen. Im Erdgeschoss des vierstöckigen Neubaus findet sich der Aufnahmebereich mit verschiedenen Räumen und die Direktversorgung von Schlaganfallpatienten. In den Etagen darüber werden die neurologischen Stationen einziehen. Durch den zusätzlichen Platz im Haus kann eine weitere Frühreha-Station mit zehn Betten eingerichtet werden, die Schmerztherapie soll noch besser integriert werden, das Labor wird ins Haus einziehen. Bei der Ausgestaltung habe man sich „von den Krankheitsbildern leiten lassen“, die hier behandelt werden, so Prof. Dr. Michael Huss, Ärztlicher Direktor der RFK Alzey.
Ab dem 19. Oktober sollen die Stationen einziehen
„Wir sind glücklich, dass wir soweit sind“, sagt Dr. Christof Keller, Chefarzt Neurologie und neurologische Frührehabilitation. Bis zum Einzug müssen im Erdgeschoss der Bodenbelag eingesetzt und die Medizintechnik eingebaut werden. Die oberen Etagen sind „so gut wie fertig“, sagt Architektin Tina Schwamb. Im Sommer stehen viele behördliche Abnahmen am Bau an. Das wird sich über einen „ziemlich langen Zeitraum“ hinziehen. Mit dem sukzessiven Einzug der Stationen soll nach derzeitigem Plan ab dem 19. Oktober begonnen werden.
Der Bau entspricht neuesten Standards, so die Architektin. So sind beispielsweise die Fenster dreifachverglast und mit Sonnenschutzverglasung ausgestattet, um ein Aufheizen des Gebäudes zu vermeiden. Die Wände sind mit 20 Zentimeter Dämmung versehen. Tiefe Fenster lassen viel Licht ins Innere. Auch große Aufenthaltsräume bieten neue Möglichkeiten für die Patientinnen und Patienten.
Auch Mitarbeitende sollen von modernem Umfeld profitieren
Der Bau hat für die Klinik eine besondere Bedeutung. Zum einen ist dies „unser somatisches Herzstück“, unterstreicht Pflegedirektorin Isabella Müller. Sie weiß, dass die RFK oft ausschließlich mit der Psychiatrie in Verbindung gebracht werde. Dabei hat die Neurologie eine große Bedeutung weit über die Stadtgrenzen hinaus, was sich auch in den Kooperationen mit der Unimedizin Mainz und dem Kreiskrankenhaus Alzey ausdrückt. Mit dem Neubau werde man der Zukunftsentwicklung in der Neurologie gerecht, so Müller. Und auch die Mitarbeitenden sollen sich in einem modernen Arbeitsumfeld wohl fühlen, sagt sie.
Klinik stellt neue Pflegekräfte in der Neurologie ein
Grundsätzlich habe man mit dem Neubau in eine Ausstattung investiert, die modernes Arbeiten ermögliche, sagt Claudia Ranallo, Abteilungsleiterin Pflege der Neurologie. Das wird auch neue Kolleginnen und Kollegen interessieren, die nun gezielt angeworben werden, denn die umfangreicheren Behandlungsmöglichkeiten benötigen auch mehr Personal. Daher suche die Klinik examinierte Pflegekräfte für die Akutneurologie, für die Stroke Unit und für die Frühreha, so Ranallo.
Es zeigt sich, Investitionen wie die ins Wilhelm-Griesinger-Haus getätigte, sind auch wichtig, um moderne Arbeitsplätze anbieten zu können. Das ist nicht zuletzt notwendig, so der Kaufmännische Direktor Frank Litterst, um konkurrenzfähig zu bleiben. „Wir werben um die besten Köpfe“, ergänzt Prof. Huss. Von der Mitarbeiterschaft werde dies honoriert, was die hohe Mitarbeiterbindung zeige.
Nach dem Umzug wird im Bestandsgebäude saniert
Wenn die Stationen in den neuen Anbau eingezogen sind, wird im linken Teil des Bestandsgebäudes mit den Sanierungsarbeiten begonnen, denn natürlich soll das alte Haus neuen Standards entsprechen. Nach Fertigstellung ist der andere Gebäudeteil dran. Im Bestandsgebäude wird schließlich auch die neurologische Tagesklinik ihren Platz finden. Während Haus Alsenztal saniert wird, nutzt man den Platz im Wilhelm-Griesinger-Haus, um Stationen der Gerontopsychiatrie vorübergehend unterzubringen.
