Kurzweiliger Aktionstag der Psychiatrie

Abteilungen der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach stellten ihre Arbeit vor - Vorträge und Mitmachangebote wurden rege genutzt

Dr. Andreas Konrad stellte die Rhein-Mosel-Fachklinik einem interessierten Publikum vor. Alle Vorträge kamen sehr gut an.

Eine Demenzerkrankung muss nicht Schicksal sein. Es gibt viele beeinflussbare Risikofaktoren. Diese Mut machende Erkenntnis gab Dr. Barbara Deimling ihren Zuhörern in ihrem Vortrag mit auf den Weg und nannte gleich 14 Faktoren, die ein Mensch in seinem Leben beeinflussen kann, um das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, positiv zu beeinflussen. Der Vortrag der Chefärztin der Gerontopsychiatrie an der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach war Teil des sehr informativen Aktionstags Psychiatrie. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus diversen Berufsgruppen der vielseitigen Fachklinik standen dem Publikum für Fragen zur Verfügung und nahmen sich Zeit für persönliche Gespräche abseits des Stresses im Alltag. Psychologinnen und Psychologen, Oberärzte, Stationsleitungen, Auszubildende, Mitarbeiter:innen aus dem Sozialdienst – viele trugen ihren Teil zur wahrlich gelungenen Veranstaltung bei.

Es klingt im Übrigen gar nicht so schwer, die Risikofaktoren für eine Demenz zu verringern. Wer sich regelmäßig bewegt (zum Beispiel etwa 22 Minuten Spazierengehen pro Tag), wer auf seine Gesundheit achtet und zum Beispiel nicht raucht oder übermäßig Alkohol konsumiert und wer mit Menschen verbunden bleibt (sich also nicht isoliert), der hat schon einiges richtig gemacht.

Den schleichenden Weg in die Sucht skizzierte Dr. Peter Heese, Chefarzt der Suchtmedizin. „Wie bei anderen Suchtkrankheiten sind auch die Ursachen der Alkoholsucht komplex. Es handelt sich um einen multikausalen Prozess, der physische, psychische und soziale Faktoren umfasst.“ Dr. Ruta Karaliuniene, Sektionsleiterin Depression und Trauma, beschrieb Wege, die Patient:innen eröffnet werden können, obwohl ihre Depression als therapieresistent eingestuft wird. Sie zeigte zudem den ganzheitlichen Weg der Behandlung in der Sektion auf – bestehend aus Psychotherapie, medikamentöser Behandlung, Spezialtherapien wie Ergo- und Sporttherapie und Nachsorge.

Das Publikum hörte beim Aktionstag nicht nur zu. Es bestand auch die Möglichkeit, im Selbsttest zu erkennen, wie beschwerlich das Leben eines Menschen sein kann, der an einer Demenz erkrankt ist. In einem sechs Stationen umfassenden Parcours waren Alltagssituationen nachgestellt: zum Beispiel die Einkaufsliste. Zwei Minuten blieben Zeit, sich die Liste samt Preisen zu merken, bevor diese aus dem Gedächtnis niedergeschrieben werden musste. Den Zettel sah der Proband aber nur durch einen Spiegel. Sehr schwer. Stationsleiterin Carina Rosenbach, die Pflegeauszubildende Chayenne Schleich sowie Jasminka Moskopp und Mika Riebeling vom Sozialdienst führten durch die Übungen. Progressive Muskelentspannung, Gewinnspiele und Akupunktur, frische Waffeln durch die Ehrenamtsgruppe der Gerontopsychiatrie – es war ein kurzweiliger Aktionstag.

Der Ärztliche Direktor Dr. Andreas Konrad sagte nach der Veranstaltung: „Das war wirklich ein sehr gelungener Aktionstag, wir haben viele positive Rückmeldungen von den Besuchern bekommen. Wir hatten auch viele niederschwellige Kontakte und Gespräche am Rande. Ich danke allen ganz herzlich für ihr Engagement und für die vielen Angebote aus den verschiedenen Bereichen und Berufsgruppen.“
 

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