Landeskrankenhaus verringert Defizit, muss aber weiter mit hohen Verlusten planen

Jahresabschluss 2025 vorgelegt - Aufsichtsratsvorsitzender kritisiert geplantes GKV-Stabilisierungsgesetz des Bundes

Das Landeskrankenhaus (AöR) hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem betriebswirtschaftlichen Jahresdefizit von 11,4 Millionen Euro abgeschlossen. Dieser Betrag konnte vollständig durch Rücklagen gedeckt werden. Dies teilte Geschäftsführer Dr. Alexander Wilhelm im Anschluss an die jüngste Sitzung des Aufsichtsrats mit: „Damit fällt das Jahresergebnis um rund 400.000 Euro besser aus als noch zu Jahresbeginn prognostiziert. Dadurch zeigen sich erste kleine Erfolge des eigeschlagenen Konsolidierungsprozesses.“ Aber auch das laufende Geschäftsjahr sowie der weitere Ausblick seien schwierig.

„Wir haben erhebliche Personalkostensteigerungen im vergangenen Jahr vorgenommen, um die gesetzlichen Anforderungen an die Personalausstattung sicherzustellen. Dies konnte bislang aber noch nicht in allen Budgets vollständig berücksichtigt werden. Das Landeskrankenhaus ist hier im Interesse einer hochwertigen Patientenversorgung bewusst in Vorleistung gegangen. Damit haben wir die Voraussetzungen geschaffen, um unsere Leistungen qualitativ hochwertig erbringen zu können“, erläutert Geschäftsführer Wilhelm.

Gleichzeitig sieht sich das Landeskrankenhaus auf dem richtigen Weg: „Angesichts der dynamisch steigenden Kosten zeigen die aktuellen Zahlen, dass die eingeleiteten Maßnahmen Wirkung entfalten. Der Weg zur weiteren wirtschaftlichen Stabilisierung bleibt anspruchsvoll und wird Zeit benötigen. Wir arbeiten jedoch gemeinsam und mit großer Entschlossenheit daran, das Defizit Schritt für Schritt weiter zu reduzieren“, so der Geschäftsführer.

Mit Sorge blickt das Landeskrankenhaus aktuell – mitten in der Umsetzung der Krankenhausreform – auf das von der Bundesregierung geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. „Auch das aktuelle Geschäftsjahr wird weiterhin schwierig. Der Aufsichtsrat hat den Wirtschaftsplan für 2026 mit minus 14,1 Millionen Euro verabschiedet,“ so der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Hoch nach der Sitzung. Der Aufsichtsrat habe weitere Kraftanstrengungen bei der Konsolidierung gefordert. Es solle ein Personal- und Standortkonzept vorgelegt werden, das auf die Krankenhausreform abgestimmt sei. Innere Effizienzen, bessere Organisation und eine konsequente Digitalisierung seien nun geboten.

„Die geplanten Finanzkürzungen der Bundesregierung machen alles noch schlimmer. Das Landeskrankenhaus muss mit einem zusätzlichen Fehlbetrag von weiteren etwa 10 Millionen Euro pro Jahr rechnen.“ Gesundheitsminister Clemens Hoch fordert vom Bund eine auskömmliche Finanzierung und verlässliche Rahmenbedingungen für alle Krankenhäuser. Eine besondere Rolle nähmen dabei natürlich die Universitätsmedizin und eben das Landeskrankenhaus ein, die Versorgung, Forschung, Lehre und Ausbildung gleichermaßen tragen.

Aufsichtsratsvorsitzender und Gesundheitsminister Hoch appelliert daher an die Bundesregierung. „Durch das geplante Beitragssatzstabilisierungsgesetz von Frau Bundesministerin Nina Warken droht Deutschland selbst zum Krankheitsfall zu werden, denn noch mehr Krankenhäuser könnten in die Insolvenz rutschen. So werden die Möglichkeiten deutlich eingeschränkt, die Krankenhausreform im Sinne der Patientinnen und Patienten zu gestalten und nun drohen auch noch Arbeitsplatzverluste – dadurch gehen weitere Einnahmen verloren.

Der aktuelle Entwurf von Bundesministerin Warken hat so massive Schwächen, dass er dringend überarbeitet werden muss. Gerade für ein Flächenland wie Rheinland-Pfalz gilt: Die Krankenhäuser in den Regionen dürfen finanziell nicht ausbluten, bevor die neue Struktur überhaupt greift,“ fordert Clemens Hoch.

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