Neue Pflegefachkräfte an der Pflegeschule Meisenheim ausgebildet

Schulleiterin Ina Fuhrmann: „Unsere Gesellschaft braucht Sie dringender denn je“

Nach drei Jahren endete mit der Überreichung der Examensurkunden die Ausbildung des Kurs 23/26 an der Pflegeschule Meisenheim. Sechs, nun ehemalige Auszubildende, feierten und ließen sich feiern, denn sie sind nun examinierte Pflegefachkräfte. Die Pflegeschule Meisenheim gehört zum Bildungscampus des Landekrankenhauses. Dort wird intensiv theoretisch ausgebildet. Im Gesundheitszentrum Glantal sowie bei Kooperationspartnern erhalten die Auszubildenden die praktische Ausbildung (stets von Praxisanleitungen betreut), um den vielschichtigen Beruf zu erlernen.
 
Pflegeberuf bedeutet große Verantwortung und großes Privileg
„Heute ist ein ganz besonderer Tag“, sagte Schulleiterin Ina Fuhrmann. Drei Jahre lang wurde im Unterricht und aus Lehrbüchern gelernt, es wurde bei praktischen Einsätzen erstmals in Früh-, Tag- und Nachtschichten gearbeitet - und es wurde auch gelernt, was nicht aus Lehrbüchern erlernbar ist. „Seien Sie stolz auf sich!“ Ina Fuhrmann vergaß nicht, an die große Verantwortung und das große Privileg zu erinnern, das mit der Ausübung des Berufs einhergeht. Als Pflegefachkraft wird man dabei sein, wenn neues Leben das Licht erblickt, aber auch wenn ein Leben seinem Ende entgegengeht. Pflegefachkräfte erleben Menschen in ganz besonderen, in essentiellen Situationen, sind ganz nahe bei ihnen und leisten einen immens wichtigen Beitrag. „Unsere Gesellschaft braucht Sie dringenden denn je“, sagte Fuhrmann. 
 

Nachweis, dass sie komplexe Sachverhalte durchdringen können
„Sie haben ein langes Stück Weg hinter sich“, sagte Dr. Thorsten Junkermann, stellvertretender Geschäftsführer des Landeskrankenhauses. Die neuen Pflegefachkräfte hätten sich durchgebissen, in Theorie und Praxis viel gelernt und zahllose Gelegenheiten gehabt, den Beruf intensiv kennenzulernen. Bei all dem habe die Arbeit am Patienten immer im Vordergrund gestanden. Letztlich mussten sie in Theorie und Praxis nachweisen, dass sie komplexe Sachverhalte durchdringen können. 
Der langjährige und erfahrene Krankenhausmanager verwies auf die beständigen Diskussionen über das Gesundheitswesen und die Folgen für die Beschäftigten wie für die gesamte Gesellschaft. „Es wird nicht besser, nur anders“, machte er klar. Aber all das dürfe man „nicht bei den Menschen, für die wir da sind, ankommen lassen“. Man benötige „professionelle Distanz, ohne distanziert zu wirken“. In Anlehnung an Winston Churchill gab Dr. Junkermann den frisch Examinierten mit, immer das zu tun, was gerade notwendig ist.
 
Pflege nicht durch Roboter und KI ersetzbar
Die Ausbildung habe sich stark verändert, weiß Susanne Kuczkowski, Pflegedirektorin des Gesundheitszentrum Glantal. Sie wurde „sehr komplex“ durch die vor wenigen Jahren eingeführte Generalistik. „Doch wer sich für diesen Beruf entscheidet, erlernt einen Beruf mit Zukunft, denn kein Roboter, keine Künstliche Intelligenz kann das, was Pflegefachleute tun. Es ist alles möglich, wenn Sie an sich glauben. Nehmen Sie mit, was Sie bei uns gelernt haben und geben Sie es an die Patientinnen und Patienten weiter.“ Die Zentralen Praxisanleiterinnen Liane Reule und Julia Beer, die die neuen Kolleginnen und Kollegen drei Jahre intensiv betreuten, wünschten alles Gute im Namen aller Teams des Gesundheitszentrums Glantal sowie Kraft und Freude und Kollegen, mit denen man alle Herausforderungen gut gemeinsam bewältigen kann. Die Klassensprecher Eva Rohr und Woramat Heger brachten Geschenke für die Lehrkräfte mit. Die Ausbildung sei für alle eine große Herausforderung gewesen, sagten sie, die man aber nicht alleine meistern musste. Sie dankten im Namen des gesamten Kurses allen, die an der Ausbildung beteiligt waren. 
 
Wie emotional die Übergabe von Examenszeugnissen sein kann, wie bedeutend das Erreichen dieser wichtigen beruflichen Wegmarke ist, zeigte Julia Eckfelder, die das Wort ergriff. Als fünffache Mutter schaffte sie es, die Ausbildung zu absolvieren - und das mit einem traumhaften Ergebnis: Alle Prüfungen wurden bei ihr mit einer glatten Eins bewertet. Nun beginnt für alle Examinierten der Einstieg in den Beruf. Einige von ihnen bleiben in Meisenheim, um am Gesundheitszentrum Glantal auf Station zu arbeiten.
 

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