Zentrum für Altersmedizin in Bad Münster eröffnet

Feier zur Fertigstellung des Neubaus für Akutgeriatrie – Komplexes Angebot für alte Menschen – Patientenumzug am 16. Juni

Neubau für die Akutgeriatrie

Von der Berliner Straße aus fügt sich der Neubau für die Akutgeriatrie unscheinbar ans Hauptgebäude an. Foto: Landeskrankenhaus

Geriatrische Akut-Stationen

Breite und helle Flure mit offenem Pflegestützpunkt – so präsentieren sich die beiden geriatrischen Akut-Stationen, die im Neubau untergebracht sind. Foto: Landeskrankenhaus

Dr. Denis Alt bei der Eröffnungsfeier

Dr. Denis Alt, Staatsekretär des Ministeriums für Wissenschaft und Gesundheit und Vorsitzender des Aufsichtsrats des Landeskrankenhauses, bei der kleinen Eröffnungsfeier.

Neubau

Der Neubau schmiegt sich nahtlos ans Hauptgebäude an.

Zimmer Akutgeriatrie

Die Zimmer hell und freundlich – so präsentiert sich die neue Akutgeriatrie in Bad Münster.

Bad Münster am Stein-Ebernburg. Genau 20 Jahre ist es her, dass im generalsanierten Gebäude an der Berliner Straße die geriatrische Versorgung durch das Landeskrankenhaus begonnen hat. Zwei Jahrzehnte später wird die Geriatrische Fachklinik Rheinhessen-Nahe um einen Neubau für Akutgeriatrie erweitert und somit zu einem Zentrum für Altersmedizin ausgebaut. Eine Gesamtinvestition von 17,3 Millionen Euro für Neubau und Umbau im Hauptgebäude, von denen 8,87 Millionen Euro das Land Rheinland-Pfalz hinzugegeben hat, sichert die künftig hochmodernen und vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten für ältere und alte Menschen. Die Klinik bietet künftig Akutversorgung und Rehabilitation an einem Standort an.

Bei der wegen der Pandemie erheblich kleiner ausgefallenen Eröffnungsfeier sagte Dr. Denis Alt, Staatsekretär des Ministeriums für Wissenschaft und Gesundheit und Vorsitzender des Aufsichtsrats des Landeskrankenhauses: „„Ältere Menschen bilden einen immer größeren Anteil unserer Gesellschaft. Damit gewinnen auch geriatrische Behandlungsangebote an Bedeutung, die auf die besonderen Bedürfnisse älterer Menschen abgestimmt sind und es ermöglichen, durch ein zielgerichtetes Therapieangebot die Selbstständigkeit der Patientinnen und Patienten zu verbessern und zu erhalten. Das hier in Bad Münster neu geschaffene Zentrum für Altersmedizin bietet hierfür ideale Voraussetzungen, insbesondere durch den Neubau für 52 akutgeriatrische Betten, dessen Räume auf die besonderen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten zugeschnitten sind. Es freut mich, dass mit der Bereitstellung der Landesmittel ein wertvoller Beitrag zur Errichtung der neuen Räume für die Akutgeriatrie geleistet werden konnte.“

Der Geschäftsführer des Landeskrankenhauses, Dr. Alexander Wilhelm, unterstrich, wie wertvoll die Geriatrische Fachklinik auch künftig für die Region sein wird: „Wir setzen ein Zeichen, indem wir ein Zentrum für Altersmedizin schaffen, das in seiner Vielfalt seines Gleichen sucht und das nun an einem Standort geriatrische Akutbehandlung, Rehabilitation, eine Tagesklinik und eine gerontopsychiatrische Tagesklinik vereint.“ Das Landeskrankenhaus sichere mit der Investition den Standort und biete den künftigen Patientinnen und Patienten eine hochmoderne medizinische Versorgung, ihren Angehörigen eine offene und transparente Kommunikation und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen sicheren und attraktiven Arbeitsplatz mit viel Gestaltungsspielraum in einem Fachbereich, der aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung künftig mehr und mehr an Bedeutung gewinnen werde.

Für Dr. Jochen Heckmann, Ärztlicher Direktor der Geriatrischen Fachklinik Rheinhessen-Nahe, ist die Investition ein Glücksfall. Er sagte: „Wir können nun Patientinnen und Patienten an einem Ort behandeln, der speziell für ihre Bedarfe geplant und gestaltet wurde: Seien es die Patientenzimmer, in die zum Teil auch Begleitpersonen aufgenommen werden können, die Therapieräume auf den Stationen oder im Untergeschoss, der Raum der Stille und vieles mehr – alles ist auf die Nutzer ausgerichtet. Auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben jetzt sehr gute Arbeitsmöglichkeiten– ein nicht zu unterschätzender Faktor angesichts der heutigen Arbeitsmarktsituation.“ Die Patienten werden am Mittwoch, 16. Juni, von der bisherigen Akutstation in der Kaiser-Wilhelm-Straße in Bad Kreuznach umziehen ins neue Domizil in Bad Münster. Die Station war zehn Jahre lang im dortigen Rheumazentrum Rheinland-Pfalz untergebracht.

Die neue Akutgeriatrie ist unterteilt in zwei Stationen mit insgesamt 52 Betten gegenüber den bisherigen 36 Betten auf einer Station. Aus der Zusammenführung von Akut- und Rehabilitation ergibt sich jetzt in Bad Münster ein komplettes Angebot aus stationärer und teilstationärer Akutversorgung mit zwei Tageskliniken (Akutgeriatrie und Gerontopsychiatrie) sowie stationärer Rehabilitation. Flankiert wird das Spektrum von der mobilen Rehabilitation der Klinik im Großraum Mainz. So versorgt die Einrichtung insgesamt etwa 180 Patientinnen und Patienten. Heckmann: „Wir verfügen damit über ein für alle Belange sehr differenziertes Angebot. Das ist in dieser Form in Rheinland-Pfalz einmalig.“

Der erfahrene Facharzt für Innere Medizin und Geriatrie ist überzeugt, dass Geriatrie als vernetzte Spezialdisziplin einen wirksamen Teil zur Bewältigung des demografischen Wandels beitragen kann, der für ihn eine große Chance und keine Katastrophe ist. „Mit unserem neuen Zentrum für Geriatrie werden wir einen substantiellen Beitrag leisten zu den altersbedingten Herausforderungen unserer Gesellschaft.“

In die Akutgeriatrie der Geriatrischen Fachklinik werden zirka 40 Prozent der Patienten von Hausärzten eingewiesen, zirka 60 Prozent werden aus anderen Kliniken aus der Region – Bad Kreuznach, Mainz, Bingen – übernommen. Geriatrische Patienten sind allgemein überwiegend weiblich und im Schnitt 80 Jahre alt. Häufig liegen gleich mehrere Diagnosen vor (Multimorbidität). In der Regel leben die Menschen vor einem Akutereignis selbstständig zu Hause. Deutschlandweit lebt nur ein geringer Anteil alter Menschen in Pflegeheimen.

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