Ab Wintersemester 2024/25 Physician Assistent studieren

Landeskrankenhaus kooperiert mit Ministerium - Konzept mitentwickelt

Beispiel zu Physician Assistent

Quelle: 123rf.com

Mainz/Andernach. Mit der Entwicklung eines neuen Bachelorstudiengangs Physician Assistant soll ein weiteres Angebot zur Gewinnung zusätzlicher Fachkräfte für das Gesundheitswesen in Rheinland-Pfalz geschaffen werden. Darauf hat sich das Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit mit der Hochschule Kaiserslautern, dem Landeskrankenhaus (AöR), der BBT-Gruppe und dem Hausärzteverband Rheinland-Pfalz verständigt. Landeskrankenhaus-Geschäftsführer Dr. Alexander Wilhelm: „Wir waren bei der Entwicklung des neuen Studiengangs von der ersten Minute an maßgeblich beteiligt und freuen uns sehr, dass es vom Wintersemester 2024/25 möglich sein wird, in Rheinland-Pfalz das Studienfach zu belegen.“ Wie Wilhelm weiter ausführt, soll es in den kommenden Wochen genauere Informationen zum Prozedere geben, damit sich auch Interessierte aus dem Landeskrankenhaus für das Studium einschreiben können.

Der neue Bachelorstudiengang sei eine weitere wichtige Maßnahme der Landesregierung, um die gesundheitliche Versorgung in Rheinland-Pfalz zu stärken und insbesondere die dazu notwendigen Fachkräfte zu gewinnen, erklärt der Minister für Wissenschaft und Gesundheit Clemens Hoch. Rheinland-Pfalz habe bereits in den vergangenen Jahren deutliche Haushaltsschwerpunkte auf den Ausbau der Gesundheitsstudiengänge gesetzt. Hervorzuheben seien beispielsweise die neuen Angebote im Hebammenwesen und in der Pflege an den Universitäten Trier und Mainz und der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen, die nur durch erhebliche zusätzliche Stellen und Mittel des Landes eingerichtet werden konnten, so der Minister.

Ziel des neuen Studiengangs Physician Assistant ist eine Qualifikation zur Entlastung von Ärztinnen und Ärzten, die zur Tätigkeit sowohl im ambulanten als auch im stationären Setting befähigt. „Wir wollen für Krankenhäuser und Hausarztpraxen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hochschulisch qualifizieren, um die Betreuung von Patientinnen und Patienten zu optimieren. Gleichzeitig wird dieser Studiengang für Pflegefachkräfte und Medizinische Fachangestellte (MFA) neue berufliche Perspektiven schaffen und ihnen interessante Tätigkeitsfelder eröffnen“, betont Minister Hoch.

„Wir haben als Landeskrankenhaus und BBT-Gruppe bereits sehr positive Erfahrung im Einsatz von Kolleginnen und Kollegen, die als Physician Assistants ausgebildet sind. Wir freuen uns daher außerordentlich, dass ein solches Angebot jetzt auch in Rheinland-Pfalz etabliert wird und unterstützen diesen zukunftsweisenden Studiengang sehr gerne als Kooperationspartner“, erklären Landeskrankenhaus-Geschäftsführer Wilhelm, und der Geschäftsführer des Geschäftsbereichs Unternehmensentwicklung der BBT-Gruppe, Matthias Warmuth. Zukunftsweisend am Konzept sei, dass der Studiengang darauf ausgerichtet ist, dass die Absolventinnen und Absolventen en sowohl in der ambulanten Versorgung als auch im stationären Umfeld tätig werden können, so Wilhelm und Warmuth weiter.

Geplant ist, dass der neue Bachelorstudiengang zum Wintersemester 2024/2025 an der Hochschule Kaiserslautern (Standort Zweibrücken) an den Start geht. Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Schmidt, Präsident der Hochschule Kaiserslautern, betont die Synergien an seiner Hochschule: „Wir freuen uns darauf, unsere umfangreichen Expertisen, Kompetenzen und Erfahrungen in den Gesundheitswissenschaften in den neuen Studiengang einbringen zu können. Die Praxisnähe, die charakteristisch für die Ausbildung sein wird, ist eine besondere Stärke unserer Hochschule. In Verbindung mit der notwendigen hohen fachlichen Kompetenz unserer Kooperationspartner werden wir den Studierenden eine umfassende akademische Ausbildung mit exzellenten Zukunftsperspektiven anbieten können.“

Auch die Landesvorsitzende des Hausärzteverband Rheinland-Pfalz Dr. Barbara Römer begrüßt ausdrücklich dieses neue Weiterbildungsangebot für nichtärztliche Mitarbeitende in der ambulanten Versorgung. „Der Hausärzteverband setzt sich bereits seit längerer Zeit für die Etablierung sogenannter ,Teampraxen’ zur Sicherstellung der hausärztlichen Gesundheitsversorgung ein. Es gilt, die hausärztliche Versorgung durch den weiteren Ausbau von Delegationskonzepten zu stärken. Unsere medizinischen Fachangestellten sind das Herzstück jeder Praxis. Durch diese nun neu in Rheinland-Pfalz geschaffene weitere Option zur beruflichen Weiterqualifikation steigern wir die Attraktivität des MFA-Berufs. Zugleich schonen wir ärztliche Ressourcen und eröffnen neue Chancen, mithilfe eines multiprofessionellen Teams unter ärztlicher Supervision eine niederschwellige, ganzheitliche Gesundheitsversorgung auch unter den Bedingungen einer immer älter werdenden Gesellschaft zu gewährleisten“, so Dr. Barbara Römer.

„Ich freue mich, dass die Hochschule für diese Initiative frühzeitig großes Interesse signalisiert hat, da sie bereits über Kompetenzen im naturwissenschaftlich-medizinischen Bereich verfügt und damit Synergieeffekte genutzt werden können“, erklärt der Minister für Wissenschaft und Gesundheit. „Mein Dank gilt auch den Kooperationspartnern, sie sind der Garant für einen hohen Praxis- und Anwendungsbezug des Studiengangs“, so Hoch.

Für den späteren Einsatz der ausgebildeten Physician Assistants ist ein Delegationsmodell vorgesehen. Danach soll die Diagnose- und Indikationsstellung, Therapiehoheit und die Gesamtverantwortung für den Behandlungsprozess weiterhin Aufgabe des Arztes sein. Der neue Bachelorstudiengang wird auf der Grundlage eines hierfür von der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung entwickelten Konzeptes aufgebaut werden. „Ich bin davon überzeugt“, so Minister Hoch, „dass eine gute und flächendeckende gesundheitliche Versorgung der Menschen in Rheinland-Pfalz auch in Zukunft gelingt, wenn verschiedene Professionen ihre unterschiedlichen Kompetenzen in diese Versorgung einbringen. Mit dem Physician Assistant fügen wir dieser arbeitsteiligen gemeinsamen Versorgung einen weiteren wichtigen Baustein hinzu.“

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