Suchttherapeutische Abteilung

Behandlung in der suchttherapeutischen abteilung

In der Suchttherapeutischen Abteilung werden Patienten behandelt, die an einer Suchterkrankung leiden. Dabei sind vor allem Abhängigkeiten nach Alkohol, Drogen oder Medikamenten abgedeckt.

Was sind Abhängigkeitserkrankungen?

Der Konsum einer Substanz oder einer Substanzklasse hat für die betroffene Person Vorrang gegenüber allen anderen Verhaltensweisen, die von ihr früher höher bewertet wurden. Ein entscheidendes Charakteristikum ist der oft starke, gelegentlich übermächtige, Wunsch, Substanzen (Alkohol, Drogen, Medikamente) zu konsumieren.

Wie wir arbeiten

Aufnahme- und Orientierungsphase

Auf den hochgesicherten Aufnahmestationen vermitteln Basisgruppen grundlegende Informationen über Sucht- und Therapiesituation. Parallel dazu geht es in den ersten Wochen darum, sich in die Regeln und Strukturen der Station einzugliedern.

Motivierungsphase

Schwerpunkte der therapeutischen Arbeit sind die Motivation des Patienten zum Einlassen in die Therapie und Aufnahme in die Therapiegruppen.

Therapieeinstiegsphase & Therapieintensivierungsphase

Wesentliche inhaltliche Themen sind die Auseinandersetzung mit Aggression und Gewalt, Regeln und Strukturen sowie Suchtdruck. Auf den gelockerteren Stationen bestehen unterschiedliche Ausgangssituationen für die Patienten bezüglich ihres Einlassens in die Therapie abhängig davon, ob sie direkt auf diesen Stationen aufgenommen oder von den Aufnahmestationen verlegt werden. Inhaltliche Themen sind neben dem Therapieeinstieg die Vergangenheitsbewältigung bezüglich der Geschichte der Süchtigkeit und Kriminalität des Einzelnen.

Phase der Außenorientierung

In den Innenwohngruppen liegt der Schwerpunkt auf einer sozialtherapeutischen Arbeit, ein strukturiertes Sozialtraining dient der Vorbereitung auf die Realerprobung mit dem Ziel der Selbstversorgung der Patienten. Therapeutisch wird an der Deliktbearbeitung, der Süchtigkeit und den Tendenzen zum Rückzug und zur Isolation weiter gearbeitet.

Phase der Wiedereingliederung (Außenwohngruppe)

In der Außenwohngruppe wird eine halbstationäre Realerprobung durchgeführt. Eine Eingewöhnungszeit von 14 Tagen beinhaltet die Bearbeitung der noch engen Anbindung an die Einrichtung und die Ablösung von der vorherigen Station. Gleichzeitig beginnt die Arbeitssuche, die in der Regel alleine stattfindet. Eine therapeutische Unterstützung erhalten die Patienten zur Bearbeitung bei auftretenden Schwierigkeiten. 

In wöchentlich stattfindenden therapeutischen Gruppensitzungen mit dem Schwerpunkt der Sozialtherapie sind inhaltliche Themen die Bearbeitung der Frustrationen an der realen Welt, Auseinandersetzung mit der Abstinenz und der Kontaktvermeidung mit nicht abstinenten Süchtigen. Bei ausreichender Stabilität erfolgt die Beurlaubung.

Während der Phasen der Wiedereingliederung und Beurlaubung werden neben den Gruppen- auch Einzelgespräche durchgeführt, Angehörigengespräche intensiviert, Hausbesuche abgestattet und Nachsorgegruppen vorgehalten. Die Teilnahme an internen und externen Selbsthilfegruppen ist verpflichtend.

Angehörigenarbeit

Für die Behandlung und die Stabilisierung der Patienten ist es nötig, dass die Angehörigen über das Krankheitsbild der Abhängigkeitserkrankung und dem Aufenthalt in einer Forensischen Psychiatrie informiert sind und einen adäquaten Umgang mit den Patienten in Ausnahmesituationen haben, damit sie die Reintegration der Betroffenen bestmöglich unterstützen können.

 

Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Infobroschüre Angehörigenseminar Suchttherapeutische Abteilung.