LIVELT
Liste zur Vorhersage von Entweichungs- und Lockerungsmissbrauchstendenzen
Bei der LIVELT handelt es sich um ein Instrument zur Risikoeinschätzung von besonderen Vorkommnissen bei Lockerungen, das innerhalb der Klinik Nette-Gut für Forensische Psychiatrie (KNG) entwickelt und implementiert wurde. Die Items der LIVELT wurden auf Grundlage früherer Arbeiten zu Entweichungen und Fluchtverhalten (Mahler et al., 2000; Nedopil, 2005; Quinsey et al., 1997; Schott, 2005; von der Haar, 2005) sowie zu Vorkommnissen im forensischen Setting im Allgemeinen (Quinsey et al., 2006) entwickelt und unter Einbezug der psychologischen und psychiatrischen Erfahrungen von Schmitt in der Arbeit mit forensischen Patient:innen konzipiert.
Die 35 Items sind fünf Bereichen zugeordnet: historische Faktoren, klinische Faktoren, Behandlungsfortschritt, institutionelles Verhalten und institutionelles Klima. Unter anderem erfasst die Einschätzung die Vorgeschichte der Patient:innen hinsichtlich Entweichungs- und Fluchtverhaltens sowie frühere Verstöße während einer Bewährungszeit und den Missbrauch bzw. das Scheitern von Maßnahmen im Rahmen einer bedingten Entlassung.
Der klinische Bereich fokussiert primär auf die aktuelle Psychopathologie der Patient:innen. Hierzu gehört die Erfassung möglicher Symptome aus dem Schizophreniespektrum sowie von Merkmalen von Persönlichkeitsstörungen und Persönlichkeitsakzentuierungen. Darüber hinaus werden potenziell destabilisierende Faktoren im Zusammenhang mit emotionalem Erleben und Verhalten, Sexualität, zwischenmenschlichen Beziehungen und Bewältigungsstrategien beurteilt.
Ferner erfasst die LIVELT Aspekte der therapeutischen Mitarbeit und Behandlungskonformität, die Beziehung der Patient:innen zum Behandlungsteam sowie Faktoren, die mit Fortschritten in der deliktbezogenen Behandlung und Rehabilitation zusammenhängen. Auch die Einschätzung des Behandlungsteams hinsichtlich der Entwicklung und des Behandlungsfortschritts der Patient:innen wird berücksichtigt.
Nutzung & rechtliche Hinweise
Die LIVELT ist für die Anwendung im Rahmen prognostischer Gutachten und Stellungnahmen außerhalb der institutionellen Nutzung in forensisch-psychiatrischen Kliniken und Justizvollzugsanstalten freigegeben. Diese Einrichtungen benötigen eine vertragliche Regelung für die Anwendung der LIVELT. Für weitergehende Nutzungs- oder Schulungsanfragen kontaktieren Sie uns bitte über das unten aufgeführte Kontaktformular.
- Quellenangabe:
Bei jeder Nutzung ist folgende Quelle anzugeben: Schmitt, C. (2026). LIVELT – Liste zur Vorhersage von Entweichungs- und Lockerungsmissbrauchstendenzen. DOI: XXXX - Rechtlicher Hinweis:
LIVELT: Urheber: Christoph Schmitt
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