Stellungnahme "Klinikatlas"

Wir empfehlen den Klinikatlas nicht zu nutzen.

Die AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V) beurteilt den Klinikatlas als derzeit nicht vertrauenswürdig. (Stellungnahme vom 30. Mai 2024)

"Das Informationsangebot des am 17. Mai veröffentlichten Bundes-Klinik-Atlas halten die Mitglieder der AWMF ad hoc Kommission allerdings derzeit nicht für vertrauenswürdig. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) als Betreiber der Online-Informationsplattform sollte dringend die Unvollständigkeit und Vorläufigkeit der Daten an prominenter Stelle deutlich machen, indem die Webseite in laienverständlicher Form als „Beta-Version“ (Testversion) ausgewiesen wird." 

Wir empfehlen ebenfalls den Klinikatlas nicht zu nutzen.

Gründe für diese Einschätzung:

  • Im Klinikatlas sind nicht alle Fachbereiche berücksichtigt und abgebildet. Die Psychiatrie fehlt komplett. Dies verzerrt die Darstellung von Kliniken - wie dem Landeskrankenhaus (AöR) und seine Einrichtungen -, die ihr Kerngeschäft in der Psychiatrie haben. 
  • Inhaltlich sind die Daten des Klinikatlas nicht korrekt oder unvollständig. (Quelle: bibliomedmanager.de, "Vier von fünf Kliniken werden falsch dargestellt")
    Bekannte Mängel:
    • Falsche Adressen, Krankenhausnamen oder Krankenhausträger
    • Abteilungen fehlen komplett, falsche oder fehlende Fallzahlangaben. Palliativbehandlung, Differenzen von zum Teil 1.000 Prozent bei einzelnen Eingriffen
    • Fehlender Ausweis von Fachzentren
    • Fehlende Standorte
    • Nichtberücksichtigung von Leasingkräften im Pflegebereich
  • "Hohe Fallzahlen sind keine Garantie für gute Qualität.“ (Bundesministerium für Gesundheit, Methodik | Bundes-Klinik-Atlas) Dennoch werden die Kliniken standardmäßig nach Fallzahl gefiltert. Viele Fälle führen zu einer hohen Platzierung und suggerieren, dass eine hohe Fallzahl mit Qualität verbunden werden kann.
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