Repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS)

Das Ziel dieser Behandlung liegt in einer Besserung der depressiven Beschwerden durch die Anwendung der repetetiven transkraniellen Magnetstimulation (rTmS). Die TMS wurde 1985 eingeführt und ist ein relativ neues Verfahren zur Behandlung von Depressionen. Bei der Behandlung durch rTMS erfolgt nahezu ohne Unannehmlichkeiten für den Patienten eine Stimulation der Hirnrinde mit Hilfe einer am Kopf angelegten Magnetspule. Im Gegensatz zu anderen Hirnstimulationsverfahren wie der Elektrokrampftherapie (EKT) werden weder Anfallsereignisse erzeugt, noch findet die Behandlung unter Narkose statt.

Die Behandlung mit rTMS kann zusätzlich zu einer medikamentösen antidepressiven Behandlung, sowie einer psychotherapeutischen Behandlung erfolgen.

Der Ablauf der rTMS-Behandlung beginnt mit der Bestimmung der motorischen Ruheschwelle. Anhand dieser individuellen motorischen Ruheschwelle wird die Dosierung der Stimulation für jeden Patienten bestimmt. Dazu wird eine einmalige Stimulation an einer bestimmten Stelle des Gehirns, der sogenannten motorischen Hirnrinde, vorgenommen und die Intensität schrittweise reduziert. Die motorische Ruheschwelle ist definiert als die niedrigste Dosierungsstufe, die eine motorische Reaktion hervorruft, z.B. die unwillkürliche Bewegung des Daumens.

Die Intensität der magnetischen Stimulation während der Behandlung ist um 20% niedriger als die individuelle motorische Ruheschwelle. Während der Behandlung ist es möglich, dass Sie ein klopfendes Geräusch hören und vielleicht ein leichtes Zucken der Gesichtsmuskel, Arme oder Beine spüren.

Nach aktuellem Kenntnisstand besteht das antidepressive Wirkprinzip der rTMS darin, dass unter der Magnetspule liegende Bereiche der Hirnrinde aktiviert werden. Von dieser Aktivierung profitieren Gehirnbereiche, die bei depressiven Patienten eine verringerte Stoffwechselaktivität aufweisen. Ein solcher Gehirnbereich ist der seitliche hintere Anteil des sogenannten Präfrontalkortex. Dieser Bereich des Gehirns soll deshalb mit rTMS behandelt werden.

Die Behandlung verursacht nahezu keine Unannehmlichkeiten. Die unerwünschte Wirkung, die am häufigsten auftritt, sind vorübergehende Kopf- oder Zahnschmerzen, die innerhalb kurzer Zeit verschwinden. Selten ist eine Behandlung mit Schmerzmitteln nötig.

Kontraindikationen sind Vorerkrankungen wie Epilepsie und Versorgung mit Herzschrittmachern oder sonstigen Metallteilen im Körper.  Auch während einer Schwangerschaft wird von einer rTMS abgeraten.

Die rTMS kann sowohl im stationären oder tagesklinischen Setting als auch in der Ambulanz angeboten werden.